In den obersten zweihundert Metern des offenen Ozeans fällt das Sonnenlicht in langen, zitternden Strahlen durch die Wasseroberfläche und taucht die gesamte Wassersäule in ein lebendiges Spektrum aus Türkis und Saphirblau, während kausale Lichtmuster langsam über schwebende Partikel und Plankton gleiten. Hier herrscht der höchste Druck des Lebens, nicht der Tiefe: Die euphotische Zone ist die produktivste Schicht des Planeten, angetrieben von Photosynthese, Nährstoffkreisläufen und dem unaufhörlichen Treiben winziger Organismen. Inmitten dieses lichtdurchfluteten Pelagials hängen Tausende von Rippenquallen — Ctenophoren — wie lebendiges Glas im Wasser, ihre nahezu unsichtbaren Körper nur durch hauchzarte Konturen und die acht Reihen irisierender Wimpernplättchen verraten, die im Sonnenlicht für einen flüchtigen Moment in allen Farben des Spektrums aufleuchten. Diese wirbellosen Tiere ohne Nesselzellen, deren Phylogenie noch immer diskutiert wird, sind hocheffiziente Räuber des Zooplanktons und können in günstigen Bedingungen explosionsartige Massenblüten bilden, die ganze Wassermassen durchziehen. Die Stille dieses Raumes ist vollständig — kein Boden, kein Horizont, nur das pulsierende, gewichtslose Reich des offenen Meeres, das seit Jahrmillionen ohne Zeugen existiert.
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