Im Inneren des Canyons, bei etwa 410 Metern Tiefe, dringt das letzte Tageslicht als ein schwaches, einfarbiges Kobaltblau von der fernen Oberfläche herab — ein sich auflösender Schleier, der die steilen, sedimentbedeckten Wände kaum erkennbar macht, bevor er in absolutes Schwarz übergeht. Der Druck liegt hier bei rund 41 bar, und das Wasser bewegt sich in trägen, kaum wahrnehmbaren Strömungen durch die Canyonachse, während feiner Meeresschnee — organische Partikel, Kotballen, Detritus — lautlos durch die Wassersäule sinkt und im nepheloiden Schleier nahe dem Sedimentboden eine leichte Trübung erzeugt. In diesem Zwielicht hängen Rippenquallen (*Ctenophora*) und kurze Siphonophorenketten reglos im Freiwasser, ihre gallertartigen Körper nahezu unsichtbar, nur an den brechenden Rändern als blasse Glasbänder zu erahnen, und einzelne biolumineszente Funken flackern unmerklich in der Dunkelheit — autonome Lichtsignale lebender Organismen, die in vollständiger Abwesenheit von Sonnenlicht existieren. Der Canyon selbst ist ein aktiver Sedimenttransportweg am Kontinentalhang, dessen Wände von Hangrutschungsnarben, kleinen Rinnen und gelegentlich freigelegten Felsrippen gezeichnet sind — geomorphologische Zeugnisse episodischer Gravitationsströme, die Material aus dem Schelf hinab in die Tiefsee führen. Diese Welt existiert vollständig in sich selbst: druckstabil, kalt, dunkel und stumm, bevölkert von Organismen, die keiner äußeren Beobachtung bedürfen, um zu sein.