In einer schmalen Schlucht am Kontinentalhang, etwa 340 Meter unterhalb der Meeresoberfläche, herrscht ein Druck von rund 34 bar – eine Welt aus Kälte, Stille und fast vollständiger Dunkelheit. Das letzte schwache Restlicht des Tages dringt als blau-schwarzes Zwielicht von oben in die Schlucht, generade stark genug, um die schlickbedeckten Wände mit ihren feinen Sedimentrillen und kleinen Rutschungstexturen als tonale Kontraste sichtbar zu machen – kein Strahl, kein Schimmer künstlichen Ursprungs. Quer durch diesen geologisch geformten Einschnitt im Übergangsbereich zwischen Schelfbruch und tieferem Kontinentalhang hängt eine nahezu unsichtbare Siphonophore von über einem Meter Länge: eine Kolonie spezialisierter Zooide, die gemeinsam als ein einziger Superorganismus agieren, ihre gelatinösen Glocken kaum mehr als brechende Lichtränder und silbrige Konturen im Blau. Meereisschnee und fein resuspendiertes Sediment treiben lautlos durch die Wassersäule, während vereinzelte Silhouetten mesopelagischer Fische in die Tiefschwärze der Schlucht zurückweichen – eine Welt vollständig in sich selbst, unberührt und gleichgültig gegenüber jeder Betrachtung.
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