Im amphitheatrischen Narbenkessel eines alten Rutschungsabbruchs, in rund 620 Metern Tiefe am Kontinentalhang, entfaltet sich eine Stille, die kein Lebewesen an der Oberfläche je kennen wird. Der halbkreisförmige Steilhang ragt aus dem Dunkel empor und legt in sauber geschwungenen Bändern das innere Gefüge des Meeresbodens frei – kompaktierte Sedimentlagen, zerbrochener Schlickstein, frische Abrisskanten, die von einem einstigen katastrophischen Massengleiten zeugen, das Tausende Tonnen Sediment in die Tiefe trieb. Auf dem Beckenboden liegen kantige, gestürzte Blöcke, halb verschleiert von dünnen Siltschleiern, während schmale Rinnen und Rutschen zwischen ihnen hindurchschneiden und eine verschwommene Kontur alter Hangbewegungen im Sediment erhalten geblieben ist. Ein einzelner Grenadierfisch – Macrouridae, typischer Vertreter der mesopelagischen Übergangszone – hängt reglos über dem Beckenboden, sein schlanker, silbrig-anthrazitfarbener Körper kaum zu unterscheiden vom durchdringenden Blauindigo des umgebenden Wassers, das in rund 60 Bar Druck auf alles drückt und nur noch einen letzten, sterbenden Rest von Tageslicht aus der fernen Oberfläche trägt. Durch die klare, von feinem Meeresschnee und einem nepheloiden Schleier nahe dem Boden erfüllte Wassersäule flackern gelegentlich winzige biolumineszente Punkte aus Plankton und gallertigen Organismen wie ferne Sterne – das einzige Licht, das hier unten wirklich lebt.
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