In der mesopelagischen Dämmerschicht, irgendwo zwischen zweihundert und tausend Metern Tiefe, zieht ein gewaltiger physonekter Siphonophor seine Bahn parallel zur fernen Kontinentalwand – ein koloniales Wesen, das aus Hunderten von spezialisierten Zooiden besteht und dennoch als ein einziger, fließender Körper durch das kalte, stratifizierte Wasser gleitet. Die Glocken von *Praya dubia* oder einem verwandten Apolemia-artigen Tier sind nahezu vollständig transparent, ihr inneres Gefüge kaum mehr als ein Schatten in einem anderen Schatten, und doch fangen die feinen Membranen das schwache, kobaltblaue Restlicht, das von weit oben herabsickert, als kühle Reflexe entlang ihrer Ränder ein. Bei einem Druck von vielleicht fünfzig Atmosphären und Temperaturen knapp über fünf Grad Celsius ist der Stoffwechsel dieser Kolonie auf ein Minimum reduziert, ihr Körper – zu weit über neunzig Prozent aus Wasser bestehend – dem hydrostatischen Druck gegenüber nahezu gleichgültig. Die Tentilla hängen wie geschichtete Schleier vor der dunklen Geometrie des Kontinentalhangs, jene Millionen Tonnen Gestein, die diagonal in das Blauschwarz der Tiefe abtauchen, und im Hintergrund glimmen vereinzelte biolumineszente Punkte – so kalt, so kurz, dass sie kaum mehr sind als die Erinnerung an Licht in einer Welt, die längst ohne es auskommt.
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