Der AUV gleitet durch eine sanfte Wölbung der inneren Welle und taucht damit in eine der seltsamsten biologischen Strukturen des Ozeans ein: Die Deep Scattering Layer breitet sich vor der Kamera wie gefalteter blauer Stoff aus, in rhythmisch abwechselnden Streifen aus dichtem Leben und fast leerem Wasser, bei einem Druck von über vierzig Atmosphären, der schweigend auf jede Hülle drückt. Im schwachen Kobaltschimmer von hoch oben zeichnen sich die schlanken Silhouetten der Laternenfische kaum gegen das Dunkel ab – winzige Leuchtorgane blitzen sporadisch auf und erinnern daran, dass Biolumineszenz hier die einzige verlässliche Lichtquelle ist, sobald das Restlicht der Oberfläche vollständig erlischt. Das AUV-Frontlicht reicht nur wenige Meter weit und streift dabei treibende Meeresschnee-Partikel, glasige Rippenquallen und die Fadenkonstruktionen von Siphonophoren, bevor der Strahl im Nichts verschwindet. In den dichteren Bändern verdickt sich das Leben zu einem akustisch trügerischen Schleier – jener biologischen Scheintiefe, die Marinsonare im Zweiten Weltkrieg fälschlicherweise als Meeresboden interpretierten – während in den klareren Gassen kaum sichtbare Salpen und Kammquallen als bloße Glasränder im Blau schweben. Ringsum herrscht eine immense Stille ohne Boden, ohne Oberfläche, nur ein sich in der Strömung deformierendes Wolkendeck aus Leben, das in wenigen Stunden, bei Einbruch der Dunkelheit, geschlossen in die Höhe steigen wird.
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